c't-Magazin Heft 22, S.68

Dr. Oliver Diedrich

Termine für alle

CyberScheduler 2.1.0: Terminplaner fürs Intranet

Um die Termine innerhalb einer Arbeitsgruppe zu koordinieren, muß man nicht gleich zu einer großen Groupware-Lösung greifen: CyberScheduler verspricht einfache Terminplanung im Intra- oder Internet.

Ein Programm zur Terminplanung für Arbeitsgruppen ist nur sinnvoll, wenn jedes Gruppenmitglied darauf zugreifen kann. In heterogenen EDV-Landschaften heißt das, daß die Software Clients für alle eingesetzten Betriebssysteme mitbringen muß - oder, wie CyberScheduler, auf einen Standard aufsetzt, den (fast) alle Systeme unterstützen: Der Terminplaner läuft auf einem Webserver, als Client dient der Browser.

Plattformübergreifend

Den CyberScheduler-Server gibt es als CGI-Programm für Windows NT (Microsoft Internet Server ab Version 3.0; Netscape FastTrack ab 3.01, Enterprise Server ab 3.5.1) und Linux (Apache ab 1.2.4). Der große Bruder Synchronize, der verteilte Server auf mehreren Rechnern unterstützt, läuft unter nahezu allen Unix-Dialekten sowie Windows NT. Testversionen der Server finden sich auf http://www.crosswind.com/download.htm; unter http://www.crosswind.com/synchro/De/login.html erreicht man eine laufende Installation zum Ausprobieren. Wir haben uns die Linux-Variante des CyberScheduler angesehen.

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Die Installation der rpm-Datei auf einem SuSE-5.3-System verläuft problemlos. Anschließend ist zunächst Handarbeit angesagt: Benutzer - und Ressourcen wie Konferenzräume - sind in eine Datei einzutragen; möchte man die Benutzer verschiedenen Gruppen zuordnen, geschieht auch dies über Textdateien. GUI-verwöhnte Anwender werden bei CyberScheduler ein grafisches Frontend zur Benutzerverwaltung vermissen.

Die Datei login.html enthält einige Variablen, mit denen man beispielsweise die Sprache von Englisch auf Deutsch umstellen kann. Das hatte im Test allerdings den kuriosen Effekt, daß die Buttons - als Bitmaps realisiert - deutsch beschriftet waren, die Texte jedoch nach wie vor auf englisch erschienen. Erst ein Link von $SYNCHROPATH/resources/De.old nach $SYNCHROPATH/resources/De bewirkte konsistent deutsche Sprache. Ursache dieses Problems ist ein Fehler im Installationsskript des rpm-Archivs, der nach Aussage des europäischen Distributors envi.con KG inzwischen behoben ist.

Sobald Apache läuft und die beiden Server synchrod und websyncd über ein vorbereitetes Init-Skript gestartet sind, erhalten Benutzer über http://servername/login.html Zugang zum Adreßplaner. Natürlich kann man diese Login-Seite auch gleich als Apache-Startseite verwenden, dann landet jeder WWW-Zugriff auf den Server direkt im CyberScheduler.

Der Terminplaner unterscheidet zwischen Besprechungen, Aufgaben und Mahnern. Während Aufgaben von Tag zu Tag weitergereicht werden, bis sie der Anwender als erledigt kennzeichnet (oder sie das optionale Verfallsdatum erreichen), sind Mahner an einen Tag gebunden. `Besprechungen´ sind das, was andere Terminplaner einfach als Termine bezeichnen.

Für alle Arten von Einträgen lassen sich der Wiederholmodus sowie die Teilnehmer festlegen. An jeden Eintrag kann man eine Notiz oder mehrere Notizen anhängen. Die Registerkarte `Berechtigung´ erlaubt es, festzulegen, was die Teilnehmer mit einem Eintrag anstellen dürfen.

Feedback inklusive

Wer Einträge vornimmt, die andere User betreffen, hätte natürlich auch gerne eine Rückmeldung, was die Betroffenen davon halten. Mahner und Aufgaben markiert CyberScheduler in der Teilnehmerliste als `gesehen´ beziehungsweise `erledigt´, sobald der Teilnehmer den Mahner aufgerufen oder die Aufgabe als erledigt markiert hat. Vorschläge für Besprechungen lassen sich mit `ja´, `nein´, `vielleicht´ und `desinteressiert´ beantworten.

CyberScheduler findet selbständig Termine, die bei allen gewünschten Teilnehmern noch frei sind. Etwas verwirrend ist dabei allerdings, daß der Anwender zuvor die Dauer der Besprechung über eine fiktive Anfangs- und Endzeit festlegen muß.

Sehr angenehm ist die Online-Hilfe realisiert: Klickt man auf den Button `Hilfe anzeigen´, öffnet sich nicht etwa ein neues Fenster, das der Anwender erst mühsam so positionieren muß, daß es das Hauptfenster möglichst wenig überdeckt; statt dessen zeigt CyberScheduler den Hilfetext einfach auf der Web-Seite unterhalb der aktuellen Bildschirmmaske an. Mit simplem Blättern wechselt man zwischen der Hilfe und den Eingabefeldern.

Ein grundlegendes Problem des Zugriffs mittels Webbrowser besteht darin, daß der Server die Termin- und Aufgabenansicht nicht selbständig aktualisieren kann: Der Anwender muß sich mit regelmäßigen Reloads selbst um eine aktuelle Anzeige kümmern. Bei entsprechender Konfiguration schickt CyberScheduler bei einem neuen Eintrag allen betroffenen Teilnehmern eine EMail. So erfährt der Anwender, wann ein Klick auf den Reload-Button nötig ist - wenn er regelmäßig seine Mail kontrolliert ... Technisch möglich wäre allerdings ein automatisches Update in regelmäßigen Zeitabständen; CyberScheduler sollte diese Möglichkeit zumindest optional anbieten.

Fazit

CyberScheduler bietet die Funktionalität, die man von einem Gruppenplaner erwartet, hinter einer einfach zu handhabenden Oberfläche. Sein größter Vorteil ist sicher der betriebssystemunabhängige Zugriff via Webbrowser, auch wenn der Anwender dafür einige Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen muß. (odi)


CyberScheduler

Hersteller CrossWind Technologies,
http://www.crosswind.com
Distributor envi.con Heuberger KG, Berlin,
Tel. 0 30/34 90 26 70,
http://www.envicon.de
Preise
Benutzer 1 bis 49 89 Mark pro Benutzer
Benutzer 50 bis 99 79 Mark pro Benutzer
Benutzer 100 bis 499 74 Mark pro Benutzer
Benutzer ab 500 69 Mark pro Benutzer
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